Lessons from Bali (2): Life Balance – Leben ist immer privat

25. Juli 2012

Leben.

In Asien wie Europa wird gearbeitet, gelebt und geliebt – same but different. Teil 2 der Serie „Lessons from Bali“ zeigt, wie ein gesundes Gleichgewicht tatsächlich erreicht werden kann. Eines ist sicher: Keiner meiner neuen Freunde auf Bali hat dazu einen der Tausenden „Life Balance“-Ratgeber gebraucht… denn eigentlich ist es simpel.

Von der richtigen Balance hängt ja so einiges ab im Leben. Ob man maßlos zu dick oder dünn wird etwa, ob die finanzielle Lage einer Achterbahn gleicht oder wie oft es einen mit dem Scooter auf die Pfeife haut. In Bali ist es vor allem letzteres Problem, das die Inselbewohner auf Trab hält.

Während wir in Europa stolz sind, einen Ratgeber zum Thema „Mein ausgeglichenes Leben“ endlich und mit schlechtem Gewissen (man könnte ja produktiver sein) ausgelesen zu haben und daraufhin zwei Wochen lang (at work) von der „Life Balance“ schwärmen, gibt es diese Trennung auf Bali so nicht.

Ob die Kids beim Hotel an der Rezeption sitzen, unser Fahrer mal eben statt für unseren gebuchten Ausflug zur Verfügung zu stehen eine religiöse Zeremonie besucht, rund um die Uhr „nebenbei“ Opferschalen gebastelt und befüllt werden oder es um acht Uhr abends einfach „zu spät“ ist, einen Transfer ins Nachbardorf zu organisieren – etwas ist anders.

Vorweg muss man festhalten: Balinesen sind fleißig. Alles ist sauber, Probleme werden gelöst, man ist um guten Service bemüht – nicht nur für Touristen. Dennoch gibt es hier mehr als nur „den Job“, wenig unnötigen Stress und kaum ausgebrannte Zombies.

Klar haben diese Menschen auch Sorgen, aber sie dürfen sie zeigen, nicht nur vor 9 und nach 18 Uhr. Sind sie deswegen weniger produktiv als unsere Hackler und Workaholics – oder vielleicht nur ehrlicher? Vorgetäuschte Produktivität gibt es hier jedenfalls nicht. Ist wenig los, wird gefaulenzt.

Alles hat seine Grenzen, Vorrang hat hier stets das Leben – und zwar das eigene, denn ein anderes hat man nicht. So simpel und so clever – hoffentlich kommen wir hier in Europa nie drauf, sonst würde unsere ganze Produktivitätsfassade  im Nu zusammenbrechen… doch dazu beim nächsten Mal mehr,wenn es heißt: Genug ist genug!

Bisher erschienen:
Lessons from Bali (1): Asiatische Hamster sind glücklicher!

Weiter geht’s mit:
Lessons from Bali (3): Wo genug nicht zu wenig ist
Lessons from Bali (4): Ein Loblied auf die Ineffizienz

Lessons from Bali (5): Faulheit, der verlorene Sohn
Lessons from Bali (6): Im Chaos ist der Planlose König
Lessons from Bali (7): Was tun, wenn nichts mehr wächst?

Lessons from Bali (8): It’s not the economy, stupid!
Lessons from Bali (9): There’s a million waves to come
Lessons from Bali (10): Was bleibt vom Paradies?

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2 Kommentare - “Lessons from Bali (2): Life Balance – Leben ist immer privat”

  1. lenad Sagt:

    find ich komisch, ich arbeite auch so, ich hab keine genagelten schuhe, schütze keine aktivität vor, bin ja auch nicht angestellt und will nix werden, und ich leb trotzdem ganz gut in europa, so what, muss ich jetzt nach bali auswandern? und was wenn man den balinesen von unserer gesundheits- und pensionsvorsorge erzählen würde, vielleicht würden die das bisi produktivitäts-vorschützen von unseren angestellten ja gar in kauf nahmen….

    Antwort

    • Stefan Egger Sagt:

      hi lena, klingt als wuerdest du alles richtig machen – egal wo, somit kannst du dir die reise sparen, es gibt dort nichts zu sehen 😉 … was das allerdings mit den genagelten schuhen zu tun hat, weiss ich nicht? ja mit unserem klassischen vorsorge-denken kommt man auf bali nicht weit, das ist wahr. darauf gehe ich in weiterer folge noch ein. will hier auch nichts behuebschen, ist ja keine soziologie-doktorarbeit, sondern ein sehr persoenlich gefaerbter, teils auch ironischer reise-blog. danke jedenfalls fuer deinen input!

      Antwort

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